Projektinhalte

Projektstruktur und Inhalt

Das Forschungsprojekt “IDkonkret” wird von der Technischen Universität Wien, dem Institut für Architektur und Entwerfen geleitet und gliedert sich in 8 Arbeitspakete. Eine Vernetzung und Abstimmung zwischen den Beteiligten dieser Arbeitspakete (siehe ‘Projektpartner’) erfolgt durch den Konsortialführer bzw. im Zuge der gemeinsamen Projektbearbeitung. Im Arbeitspaket 8 fließen die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen zusammen und bilden die Grundlage für das aus dem Projekt resultierende Kompetenzzentrum für Innendämmung.

AP1

Projektmanagement GOL

AP2

Grundlagen u. Bewertungskriterien TU, BAU, SED, ROS

AP3

Nachweise TU, BAU, SED, K2

AP4

Sonderfälle u. Details TU, BAU, SED, KOM

AP5

Qualitätssicherung TU, BAU, SED, PAN

AP6

Neubaulösungen TU, BAU, SED, TEC

AP7

Demonstrationsprojekte TU, BAU, SED

AP8

Informationszentrum TU, BAU, SED, K2, TEC, PAN, KOM, ROS

Projektlaufzeit: 07/2011 – 07/2014

PROJEKTINHALTE

Grundlagen u. Bewertungskriterien

In den einzelnen Bundesländern werden unterschiedliche Anforderungen an die bauphysikalische Bemessung gestellt. Dieser Umstand wirkt sich auf die weitere Entwicklung und auf alle Projektbeteiligten hemmend aus. Eine Vereinheitlichung ist nur gemeinsam mit bzw. über die Beratungsstelle Innendämmung im Sinne einer Kompetenzstelle für Innendämmung möglich. Dazu ist erforderlich, dass in jedem Bundesland entsprechende Ländervertreter (in Summe 9) besucht werden. Parallel werden jeweils ca. 3 Städte mit entsprechend relevanter Bausubstanz besucht um die vorhandene Basis zusammenzutragen.

Bei rechnerischen Nachweisen (instationäre thermisch – hygrische Simulationen) liegen keine klaren Bewertungskriterien vor. Den Planern muss ein Schema von Bewertungskriterien vorgelegt werden, da bei jedem Projekt Kriterien neu definiert werden bzw. offene Punkte (weil rechnerisch nicht erfassbar) unberücksichtigt bleiben. Hier gilt es den Forschungsbedarf für die Zukunft zu definieren.

Ziele

  • Übersicht über vorhandene Innendämmsysteme
  • Sammlung und Evaluierung vorhandener Entscheidungsgrundlagen
  • Erstellung einer auf auszuführende Projekte anwendbare Entscheidungsmatrix
  • Zusammenstellung von Bewertungskriterien einschl. Ausschreibungsunterlagen

Nachweise

Die Besonderheiten und worauf bei der rechnerischen Nachweisführung verschiedener Innendämmmaßnahmen zu achten ist werden erarbeitet und in einem Leitfaden zusammengefasst. Gleiches gilt für die praktische Anwendung. Anfabgen zur Vorgehensweise sind wesentlicher Bestandteil. Das Ergebnis ist ein praktikabler Leitfaden, der den Nachweisführenden durch das Projekt leitet und Sicherheit bei der Bearbeitung des Projekts gibt.

Ziele

  • Zusammenstellung von Regeln für die Nachweisführung, auf Basis der Grundlagen und Bewertungskriterien und Aufzeigen von Lösungsansätzen
  • Erfassung der Randbedingungen, die bei der Nachweisführung zu beachten sind
  • Schaffung von Qualifizierungsgrundlagen für Planer und Anwender

Sonderfälle und Details

Durch Innendämmungen werden Wärmebrücken unter Umständen verstärkt, da sie außerhalb des Regelquerschnittes “Wand” liegen. Derartige Phänomene sind für die an der Maßnahme Beteiligten oftmals nicht erkennbar, so dass eine Analyse der Risiken bei einer Innendämmung formuliert und die Detaillösungen entwickelt werden müssen. Bekannte Lösungen sind dabei zu berücksichtigen. Im Zuge dessen werden typische Details (z.B. Fenster-, Wand- und Deckenanschluss) dargestellt und Lösungen dokumentiert.

Ziele

  • Zusammenstellung von problematischen Details mit der Beschreibung von deren Auswirkungen
  • Erstellung eines Wärmebrückenkataloges als Entscheidungshilfe

Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung ist ein Monitoring sehr gut geeignet, da die Funktionsfähigkeit nachgewiesen wird und bei entsprechender aktiver Nutzung sehr rasch auf Fehlentwicklungen reagiert werden kann. Hier sind keine aufwändigen und komplizierten Methoden erforderlich, die Lage der Messpunkte ist entscheidend!

Parallel wird dieses Monitoringkonzept für die Optimierung vorhandener und Entwicklung neuer Materialien für die Innendämmung verwendet werden. Der Nachweis von vermeintlich geeigneten Dämmsystemen erfolgt in einer Differenzklimakammer (individuelles Klima auf beiden Seiten des Wandelementes) experimentell. Durch diese Messungen im Labor werden erforderliche Parameter bestimmt. Zudem ist es möglich, die Bewertungskriterien, Regeln und Sonderfälle zu verifizieren.

Ziele

  • Beobachtung der bauphysikalischen Abläufe nach Applikation einer Innendämmung
  • Definition möglicher zulässiger Messmethoden
  • Definition maßgeblicher Messpunkte
  • Berücksichtigung vorhandener Entwicklungspotentiale, bzw. vorhandener sowie neuer Materialien
  • Erstellen eines einfachen, variabel einsetzbaren Monitoringkonzeptes
  • Aufbau von Prüfmöglichkeiten mit Differenzklima

Neubaulösungen

Die moderne Bauphysik zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Möglichkeiten und deren Kombination zu innovativen Lösungen führen. Dazu gehört, dass z.B. die Reduktion des Energieverbrauches durch eine Dämmmaßnahme zusätzlich durch weitere Maßnahmen u.a. im Bereich der Haustechnik gesteigert wird. Welche haustechnische Maßnahme, welchen zusätzlichen Effekt bringt, ist allgemein bekannt, jedoch im Bezug auf eine Innendämmungsmaßnahme bis dato nicht beschrieben.

Ziele

  • Aufbereitung innovativer Lösungen für den Neubau, die nicht nur mit der Innendämmung bearbeitet wedern
  • Erfassung haustechnischer Möglichkeiten

Anregung von Demonstrationsprojekten

Da Nutzerverhalten, bauphysikalische Randbedingungen, Bauwerkszustand, ggf. aufsteigende Feuchtigkeit usw. eine ebenso entscheidende Rolle spielen, wird ein Monitoring an einem zu sanierenden Bauwerk z.B. der Firma Sedlak bzw. eines Drittleisters (BDA) durchgeführt. Der Vergleich von experimentellen Untersuchungen in der Klimakammer und Versuchen vor Ort liefert eine abschließende Validierung der Messmethoden. Zusätzlich werden dabei Informationen über baupraktische Durchführbarkeit und Unwägbarkeit ermittelt, die wiederum in die Regelwerke einfließen.

Ziele

  • Anregen von Projekten
  • Relevante Projekte finden (-> Zuarbeit durch Drittleister wichtig)
  • Nachweis der Tauglichkeit der Projektinhalte an einem Musterprojekt durch Monitoring
  • Dokumentation der Demonstrationsprojekte

Informationszentrum

Wesentlich ist, dass die Ergebnisse des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies ist das wesentliche Ziel des Projekts, wodurch eine Grundlage zur Erweiterung des Netzwerkes gelegt wird und damit die Nachhaltigkeit des Projekts gewährleistet ist.
Die Forschungsergebnisse werden in nationale Planungsrichtlinien (ONRegeln, ÖNORM) und internationale Merkblätter (WTA) auf Grund des Netzwerkes integriert und als Grundlage der Überarbeitung der EN ISO 13788 (“Raumseitige Oberflächentemperatur zur Vermeidung kritischer Oberflächenfeuchte und Tauwasserbildung im Bauteilinneren”) dienen.

Ziele

  • Gewinnung neuer Netzwerkpartner
  • Verbreitung der Ergebnisse und Inhalte der Arbeitspakete -> Planungsleitfaden und somit durch das Verfügbarmachen langfristige nachhaltige Erhaltung des zusammengetragenen und erarbeiteten Wissens
  • Beratung -> z.B. Demonstrationsprojekte